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Jazzclub Tonne

DER Jazzclub in Dresden!

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Programm

5. Festival JAZZWELTEN 2009

Spannungsfelder

 

Samstag
28.
Mär
20.00 Uhr


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  AK 19 | 15 €

Festivalpass (19.Mär 2009 – 28.Mär 2009) AK 45 | 30 €

 
 

PAGO LIBRE [ch/a/rus]

Fake Folk: Wenn Till Eulenspiegel durchs Kaffeehaus jazzt
Bild vergrößernPago Libre. (© Nancy Horowitz.)Pago Libre. (© Nancy Horowitz.)

Jazzclub Tonnee, Königstraße 15, 01097 Dresden

Deutschlandpremiere des neuen Programms »Fake Folk«!

Zwei Projekte – ein Geist – zwei Welten. John Wolf Brennan konzipiert und spielt gemeinsam mit Arkady Shilkloper das Duo-Konzert Alphorn-Glockenspiel (heute nachmittag), beide sind Teil des Ensembles Pago Libre.

Als Sohn einer Irin und eines Schweizers in Dublin geboren, lebt John Wolf Brennan seit langem in der Schweiz. Brennan ist ein Avantgardist, der sich zwischen Jazz, Welt- und moderner E-Musik bewegt, aber auch ein Melomane, den Populärmusik jeglicher Couleur interessiert. Er ist zugleich ein leidenschaftlicher Pianist und ein der Welt abgewandter Komponist. Regelmäßig spielt er avantgardistische Soloaufnahmen ein, etwa mit sublimen Variationen zu James Joyce oder mit Improvisationen zu Bildern der Sammlung Rosengart in Luzern; gleichzeitig macht er mit seinem langjährigen Quartett Pago Libre eine ebenso raffinierte wie eingängige Musik.

Die Musik von Pago Libre – wie wenn Till Eulenspiegel durchs Kaffeehaus jazzt. Genial improvisierter Mix aus Jazz, Folk und Klassik. Schon die Besetzung des Quartetts widerspricht gängigen Stilschubladen. An den Jazz erinnert die Rhythmusgruppe mit Klavier und Kontrabass. Aber hinzu kommen Tscho Theissings Violine und das Flügel- und Alphorn des Russen Arkady Shilkloper: Instrumente also, die auf die europäische Klassik und Volksmusik verweisen.

In die Dresdner »Tonne« kommt die Band Pago Libre mit der Deutschlandpremiere ihres neuen Programms »Fake Folk«. Mehr zu dazu auf Jazz+Sonstiges.

Biografische Notizen zu John Wolf Brennan auf Jazz+Sonstiges.

Aktuelles Hörbeispiel von der offiziellen Pago-Libre-Website:

»Heptao« (MP3, 714 KB)

Artists

Arkady Shilkloper [flh, Alphorn], Tscho Theissing [v, voc], John Wolf Brennan [p], Georg Breinschmid [b]

 
 

RUDRESH MAHANTHAPPA – MARK DRESSER – GERRY HEMINGWAY: MAUGER [usa]

Der Pollgewinner und internationale Top-Künstler in Dresden
Bild vergrößernRudresh Mahanthappa (© Andre Souroujon)Rudresh Mahanthappa (© Andre Souroujon)

Jazzclub Tonnee, Königstraße 15, 01097 Dresden

Obwohl es einiger Übung bedarf – diesen Namen wird man sich merken müssen! Schon jetzt ist der indisch-amerikanische Altsaxofonist Rudresh Mahanthappa in den Augen (und Ohren!) vieler Jazzfreunde der US-Jazzer Nummer Eins der Gegenwart – mit hoher instrumentaler Kunst und einer Musik, die sich mit Kommunikation, Symbolik, Systematik, Codes, Chiffrierungen, Dechiffrierungen, Entwurzelung und der Suche nach kultureller Identität auseinandersetzt.

Die Seattle Times zählt Mahanthappas neuestes Werk, »Kinsmen« (PI Recordings) zu den fünf besten Jazz- und World-Music-Veröffentlichungen des Jahres 2008, die Washington Post zählt dieselbe Scheibe ebenfalls zu den besten fünf CDs 2008 und bei der Village Voice wurde Mahanthappas »Kinsmen« nur von einem einzigen – von Sonny Rollins – geschlagen und kam sogar noch vor Charles Lloyd auf Platz zwei des Village Voice Jazz Poll 2008! Auch in Deutschland beginnt Rudresh Mahanthappa, erfolgreich zu werden: Die neue CD »Kinsmen« wurde kürzlich von der deutschen Schallplattenkritik mit dem Vierteljahrespreis der Sparte »Jazz« ausgezeichnet.

Seinen bisher wichtigsten musikalischen Partner, den Pianisten Vijay Iyer, lernte Rudresh Mahanthappa 1995 durch Steve Coleman kennen. Mit Iyer spielte Mahanthappa in wechselnden Formationen viele Jahre zusammen und arbeitete mit ihm an einer explizit zeitgenössischen Musik. »Wir haben beide nicht nur diesen südindischen Background, sondern sind die Kinder intellektueller Eltern, die sich gegen eine akademische Laufbahn und für die Musik entschieden haben. Wir waren beide auf der Suche nach unserer Identität und haben uns durch die Musik angenähert.«

Nun stellt Mahanthappa gleich zwei neue Projekte – ohne Iyer – vor. Live geht er mit den beiden Ikonen des neuen New Yorker Jazz, mit Gerry Hemingway und Mark Dresser, auf Tour. Und auf dem CD-Markt hat er mit »Kinsmen« eben ein visionäres kompositorisches Konzept zum Klingen gebracht, das den unterschiedlichen Musikerpersönlichkeiten der indisch-karnatischen Musik und des amerikanischen Jazz einen gemeinsamen Freiraum bietet.

Rudresh Mahanthappa ist 37 Jahre alt, seine Eltern sind Inder. Er wuchs in Colorado auf und studierte am Berklee College in Boston. Heute gilt er als einer der innovativsten Jazzmusiker New Yorks. Im Spannungsfeld zwischen dem riesigen Universum der indischen Musik und dem des Jazz ging anfangs der Saxofonist Mahanthappa vorsichtig an die Entwicklung seiner ganz persönlichen künstlerischen Sprache heran. Er wollte nicht als Exot gelten. So kamen indische Instrumente in seiner Musik nicht vor. Und bis heute sind ihm die sehr unterschiedlichen Indo-Fusion-Projekte von John Mayer, Ravi Shankar, Miles Davis, John Handy oder Jan Garbarek zu kommerziell, zu banal oder unfreiwillig komisch. Rudresh Mahanthappa kritisiert, keinem der Musiker sei es gelungen, zu wesentlichen Einsichten vorzudringen.

Sein Zugang zur indischen Musik änderte sich durch eine Platte, die ihm sein älterer Bruder schenkte: »Saxophone Indian Style« von Kadri Gopalnath. Dieser übersetzte die karnatische Musik für das Saxofon und brachte es in seiner südindischen Heimat zu großer Anerkennung. Rudresh Mahanthappa lernte Kadri Gopalnath schließlich vor wenigen Jahren auch persönlich kennen.

Heute gehört Mahanthappa zu den beeindruckenden ganz Großen, die der gegenwärtige Jazz auf der internationalen Bühne aufweisen kann.

(mb/Christian Broecking)

Weiteres zu Mahanthappa auf Jazz+Sonstiges.

Hörbeispiele des Trios gibt es unter www.maugertrio.com

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